Mit dem Umzug in eine neue Stadt gesellen sich auch zahlreiche neue Regeln und Verhaltensweisen hinzu. Konfrontiert werdet ihr damit spätestens dann, wenn ihr sie anwenden solltet, aber leider keinen blassen Schimmer habt. Um euch vor dem Schlimmsten zu bewahren, kommen hier die 9 größten Fehler, die ihr als Neu-Hamburger machen könnt.

1. Tickets (im Bus) vorlegen

Das Busfahren in Hamburg ist ein Graus. Nicht nur, weil im Feierabendverkehr einfach nix mehr geht. Dann ist halt auch mal gerne die Innenstadt gesperrt, weil mal wieder Radrennen, Marathon, der CSD, die Weihnachtsparade oder eine Demo ist. Oder die Türen schließen nicht, weil die GELBE LINIE auf dem Fußboden HINTER der TÜRE ÜBERSCHRITTEN wird. ODER der Bus ist mit Touristen und Neulingen vollgestopft. Die mal wieder nicht wissen, dass nur im Metro-Bus 3 (und in allen anderen Bussen) den gesamten Tag beim Einsteigen das Ticket vorgelegt werden muss. Im 4er, 5er und 6er allerdings NICHT (!!!) Die Weiterfahrt zu behindern, indem ihr unbedingt vorne einsteigen wollt und zehn Minuten in eurem Portemonnaie nach eurem Ticket sucht, um es dann vorzuzeigen, der Busfahrer es aber gar nicht sehen will, ist also: Vollkommen unnötig! Ansonsten gilt für diese drei Linien die Regel: Ticket vorzeigen ab 21 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen. Ist das denn wirklich so schwer?!

2. Zwei platte Teilchen, bitte! Bidde was?!

Ganz im Ernst! Nennt unser heiligstes Gebäck NIEMALS plattes Teilchen oder flaches Croissant! Es heißt Franzbrötchen und dabei bleibt es! Vorsicht ist bei der Wahl der Bäckerei geboten, denn das Blätterteig-Gebäck schmeckt nun mal nicht überall! Das machte auch der Verkostungs-Wettbewerb im Museum für Hamburgische Geschichte 2015 deutlich. Folgende Bäcker zaubern die leckersten Franzbrötchen Hamburgs : Die kleine Konditorei, Bäckerei Baumgarten, Dat Backhus, Pritsch und Bäckerei Allaf! Das nächste Ringen um die besten Plätze soll übrigens aller Wahrscheinlichkeit nach im Frühjahr 2018 stattfinden.

3.Immer NUR Moin!

Man möge meinen, dass unser simpler und tagesunabhängiger Gruß längst auch bei allen Touris, Nicht- und Neu-Hamburgern angekommen ist. Aber leider wieder mal: Pustekuchen! Von Moin Moin, über Guten Tag, bis hin zum GRÜß GOTT (?!) müssen wir uns hier vieles bieten lassen und wir geben uns wirklich die größte Mühe, nicht gleich auszuflippen. Aber belasst es doch bitte zu JEDER Tageszeit schlicht und ergreifend beim MOIN (oi bitte deeeehnen).

4. Am Wochenende auf die Elphi

Müssen wir wirklich noch mehr dazu sagen? Aber wir machen es gerne. Dann können wir auch gleich noch mal über Selfiesticks sprechen. Also: Geht NIEMALS am Wochenende auf die Aussichtsplattform der Elphi und nehmt niemals einen Selfiestick mit.

5. Rechts stehen, links gehen!

Leider müssen wir uns mit diesem äußerst kriminellen und unermesslichen Verhalten tagtäglich (und auch in jeder anderen Großstadt) herumschlagen. Großstadt-Neulinge betreten (meist in Gruppen) eine Rolltreppe, die uns ewig gestresste Alt-Hamburger SCHNELL von A nach B befördern soll. Genauer bedeutet das: Wir sind nur dann schnell genug, wenn die Rolltreppe fährt und wir GLEICHZEITIG (zwei Stufen auf einmal nehmend) rennen können! Was geschieht stattdessen? Ihr STEHT rechts und LINKS. Das Geheimnis, das nun wirklich keins ist?! Der linke Teil hat IMMER frei zu bleiben, denn dieser ist unsere SCHNELLE Route und nicht der richtige Platz für stehende Menschen, Trägheit, Koffer oder ausgestreckte Beine.

6.Starbucks ist NICHT cool (und Nordsee auch nicht)!

Wir verstehen es ja… Sofern ihr nicht aus einer Großstadt kommt und plötzlich vor diesem grünen Logo in der Mönckebergstraße steht! Es ist mächtig und amerikanisch, es riecht nach Kaffee und ihr könnt auch noch ne „geile“ Tasse für zu Hause kaufen. Aber wisst ihr was? Vergesst den überteuerten Becher! Dann könnt ihr endlich auch in den Genuss eines wirklich guten Kaffees, Cappuccinos oder Flat White kommen. Wo jetzt genau? Bei Nord Coast, Törnquist, Torrefaktum, im Milch, Stockholm Espresso Club, im Elbgold, bei Playground Coffee, im Mutterland oder bei den Public Coffee Roasters. Und das sind längst nicht alle Oasen des braunen Goldes. Ihr kauft ja eure Fisch- und Krabbenbrötchen auch nicht bei Nordsee, oder?!

7. Herumtönen, dass ihr euch auf den Schlagermove freut

Der Schlagermove ist wohl Hamburgs abscheulichstes Event schlechthin. Wieso? Er legt unsere schöne Stadt einen gesamten Samstag in Schutt und Asche und überall wimmelt es von Atzen-Menschen und Erbrochenem. Wenn ihr jetzt auch noch laut herausschreit, dass ihr Besuch von euren alten Freunden bekommt und mit ihnen dann mal so richtig einen draufmachen wollt, stellt euch darauf ein, dass ihr an diesem Tag in allen Cafés, Bars und Restaurants (die mit Geschmack!) HAUSVERBOT habt und auch keine neuen Freunde finden werdet!

8. Sich in Hamburg über zu wenig Sonne beschweren

Und bei Windstärke 5 sagen: „Es stürmt!“ Ganz ehrlich? Ihr seid nach Hamburg gezogen. Hier erstrahlt der Himmel in den facettenreichsten Grautönen, ihr kommt in den Genuss von Brisen, Stürmen und Winden und in regelmäßigen Abständen steht der Hafenbereich unter Wasser. Das ist doch schon mal ganz großes norddeutsches Großstadt-Flair, oder nicht?! Und wer bitte hat nun das Gerücht in die Welt gesetzt, dass ihr hier Sonne abbekommt?!

9. Wir waren auch mal neu hier

Und daher ist irren halt auch menschlich! Aber geht nicht davon aus, dass die Hamburger Rücksicht darauf nehmen. Mit neuen Menschen ist es hier ungefähr so wie mit fremden Autos, die man natürlich an ihren Kennzeichen und am Schneckentempo erkennt. Da wird leider trotzdem gehupt. (Hamburgs Autofahrer lieben ihre Hupe.) Bei Nummernschildern, die mit „PI“ beginnen, darf allerdings ganz offiziell immer gehupt werden!

Ihr habt immer noch Fragen, die euch unglaublich unter den Nägeln brennen? Ihr sucht noch ein paar nette Menschen, die euch nicht von der Rolltreppe stoßen? Dann werdet Teil unserer Community und ihr findet schneller Anschluss, als ihr „der Hafen steht unter Wasser“ sagen könnt.

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